X:PIKS – ein kulturpolitischer Vorschlag – RUHR2010 Nachhaltigkeitsarchitektur nachbessern!


X:PIKS ist ein kulturpolitischer Vorschlag Teil der „X-PIKS-Kampagne“, die wir hier http://netzwerk-x.org/kulturpolitische-einmischungen-des-netzwerk-x/ in einer Chronologie zusammen gestellt haben.

Definition: PIKS
Projekte und Initiativen – Kunst & Soziales: PIKS
X:PIKS: Ein kulturpolitischer Vorschlag

• An der Schnittstelle von Kunst und sozialem Raum arbeitende Projekte/Initiativen – hier: im Ruhrgebiet
• Professionelle KünstlerInnen und/oder bürgerschaftlich (sozial/kulturell/politisch) Engagierte
• ähnlich: „Freie Kunst“, „Freie Szene“, „Off-Off-„ und „Off-Kultur“

Ausgang: Kulturpolitik nach RUHR.2010
+ Ziel: Impulsaufnahme von RUHR.2010 → nachhaltige Stärkung/Entwicklung von Kultur im Ruhrgebiet
+ Ziel: neue kulturelle Netzwerke, Partnerschaften, Kooperationen im Ruhrgebiet weiterentwickeln
+ Ziel: Ruhrgebiet als eine (rhizomatische) urbane Region denken und seine Urbanität stärken, befördern
+ RVR und Land NRW arbeiten gemeinsam für diese Ziele und stellen hierfür Mittel bereit → „Nachhaltigkeitsarchitektur“

– Lokal bis regional aktive PIKS sind in dieser Architektur (wieder) nicht repräsentiert
Da sie die Basis bilden für ein von kultureller und sozialer Aktivität geprägtes urbanes Ruhrgebiet, wäre/ist ihre Einbeziehung und Unterstützung für das Erreichen der o.g. Ziele essentiell

Vorschlag: X:PIKS – auf Basis unserer Erfahrungen als PIKS im Ruhrgebiet und als/im Netzwerk X

1. Grundstruktur / allgemeine Arbeit
• Professionell arbeitendes Team: selbst KünstlerInnen, kulturell/sozial/kulturpolitisch Aktive im Ruhrgebiet
• Tägliche Anlaufstelle: an einem bekannten und allseitig anerkannten PIKS-Ort (z.B. kitev-Turm)
• Reisen: Aufsuchen/Ansprechen der PIKS und der einzeln Aktiven an ihren jeweiligen (oft lokalen) Orten
• Effekt: niederschwelliger Kontakt zu allen künstlerisch/kulturell/sozial Aktiven und PIKS im Ruhrgebiet
• Alltägliche Arbeiten:
a) Erstkontakt: für Menschen/Gruppen/Initiativen, die im Ruhrgebiet schon aktiv sind und ihre Arbeiten
verstetigen, verbessern, vernetzen und für Menschen, die neu im Ruhrgebiet aktiv werden wollen
b) Vermittlung: je nach Anfrage in die (sub-)kulturelle Szene, an lokale/regionale Kulturzentren, Kultur- büros, Kultursekretariate, Kreativ.Quartiere, Stiftung RUHR.2010, ECCE, Urbane Künste Ruhr etc. und/oder Einbindung in eigene kooperative Projekte
c) Konzept- und Antragsberatung: Hilfe bei Ausformulierung von Ideen, Konzeption einer Projektstruktur, Kostenkalkulation und Co-Finanzierungsmodellen, Mitarbeiten an professionellen Förderanträgen
d) Kommunikation: nach innen = Aufbau eines ruhrgebietsweiten PIKS-Netzwerks, überlokaler Austausch; nach außen = Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme am kulturpolitischen Diskurs
• Weitere kontinuierliche Arbeiten:
a) Konzeption, Organisation, Leitung, Management der eigenen X:PIKS-Maßnahmen [→ 2.] b) Management (inhaltlich und fiskalisch) der selbstverwalteten X:PIKS-Förderstruktur [→ 3.] c) Kommunikation, Reflexion, Dokumentation, Evaluation des Gesamtprojekts X:PIKS

2. Eigene X:PIKS-Maßnahmen, kontinuierlich oder regelmäßig
• Ziel: Herstellung einer Zusammenarbeit und kollektiven Repräsentanz aller im Ruhrgebiet an der Schnittstelle von Kunst und sozialem Raum praktisch und theoretisch Aktiven
• Ziel: Sichtbarmachung ihrer Arbeiten und deren Bedeutung für die Urbanität des Ruhrgebietes
• Ziel: Erzeugung eines Bewusstseins bei den AkteurInnen, dass ihre je lokalen oder regionalen Aktivitäten
Teil jener (zu erschaffenden) Urbanität sind
• Eigene X:PIKS-Maßnahmen:
a) Ruhr-PIKS-Internetseite: datenbankbasiert, Kommunikations- und Präsentationsplattform aller PIKS im Ruhrgebiet: eine Webseite über die kulturellen Basisaktionen im Ruhrgebiet, von ihren AkteurInnen als AutorInnen und RedakteurInnen selbst erschaffen und betrieben; auch als Veranstaltungskalender
b) Leer- und Vollstandsmelder: http://leerstandsmelder.de gibt es als basisbetriebene Plattform schon in/für Dortmund, sie wird Stadt für Stadt ausgeweitet, zudem mit einem Vollstandsmelder (PIKS-Orte im Ruhrgebiet) als Pendant → ein umfassender sowie systematisch und räumlich zu fokussierender Blick auf das Ruhrgebiet, sein bereits bestehendes Leben und seine noch offenen Möglichkeitsräume
c) Netzwerktreffen monatlich: an je neuem Ort, stets mit X:PIKS-Plenumssitzung + anschließender kultureller Veranstaltung durch die örtlich Verantwortlichen; so werden je an lokal bekannten Orten und mit lokal bekannten VeranstalterInnen neue potentielle Mitwirkende erreicht; jede dieser Veranstaltungen wird in Wort, Bild, Audio und/oder Video für die X:PIKS-Internetseite dokumentiert
d) Netzwerk-Workshops: zwei Mal im Jahr, zu unterschiedlichen Themen und Fragestellungen, die sich aus der Arbeit ergeben; Auftakt-Workshop für alle PIKS über die Struktur der aktuellen Kulturland- schaft im Ruhrgebiet; später themenspezifische Workshops mit auch internationaler Beteiligung
e) Jährliches Festival „Kunst und Soziales im Ruhrgebiet“ – mit dem Schwerpunkt auf Kunst/Kultur/ Soziokultur; es findet je an mehreren Orten zugleich statt: an PIKS-Orten, in kooperierenden Spielstätten und im öffentlichen Raum; eingedenk der Weite des Ruhrgebiets konzentrieren sich die Festivals räumlich jeweils auf einen Teil der Region (z.B. Hellweg-Städte, nördlich der Emscher etc.)
f) Jährliche Konferenz „Recht auf Stadt“ – mit dem Schwerpunkt auf Theorie/Politik/Reflexion; diese Konferenzen finden wechselnd in je einer Stadt im Ruhrgebiet statt, in Kooperation mit TheoretikerInnen und AktivistInnen aus anderen Großstädten der BRD und aus dem Ausland, zu Fragestellungen, die je auch die Spezifik des Ruhrgebiets beleuchten, sie besser erkennbar macht

3. Förderung von kulturellen Basisarbeiten: Projekte und Existenzen
• Ziel: regelmäßige und möglichst unbürokratische Unterstützung von PIKS-Arbeiten im Ruhrgebiet
a) Existenzsichernde Förderungen im kleinen Umfang – z.B. für Mietkosten, Bürokosten, Web-Hosting,
Organisationskosten (auch Personalkosten)
b) Förderungen investiver Maßnahmen – z.B. für Reparaturen, Renovierungen, technische Ausstattung in bereits länger bespielten oder in neu erschlossenen Räumen
c) Unterstützung von künstlerischen wie auch sozialen/politischen Projekten – z.B. Konzertveranstaltung, Ausstellung, Performance, kulturpolitische Demonstration
• Procedere: einfacher Antrag, schnelle Entscheidung durch das monatliche X:PIKS-Plenum
• Effekt: schnelle und basisdemokratisch legitimierte Unterstützung; Abschirmung der Geförderten vor der fördertechnisch nötigen Bürokratie: Antragsstellung und Verwendungsnachweis gegenüber den Mittelgebern wird professionell vom X:PIKS-Team geleistet
Ein Vorschlag des Netzwerk X. Verantwortlich für diese Zusammenfassung: Stefan Schroer. [Diskussion im und Autori- sierung durch das X-Plenum steht noch aus. Änderungen als Resultat dieses Diskussionsprozesses sind zu erwarten.]

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