Druckluft

Eigentlich ist man mit Mitte Zwanzig ja schon lange erwachsen.

Es sei denn man hat eine Idee, die immer jung bleibt, weil sie sich von selbst erneuert. Zauberei? Wir werden sehen …

Seit 1979 bis heute schaffen sich Jugendliche im Druckluft die eigene Plattform für ihre Belange. War es damals, um sich vom Druck von Eltern, Schule und Betrieb Luft zu machen, so hat der Lauf der Zeit immer neue Inhalte mit sich gebracht. Kein Ende in Sicht … Damals waren es 40 junge Menschen, die, hervorgegangen aus einer Jugendinitiative, ihre Interessen selbst in die Hand genommen haben. Druck ablassen, aber auch Gegendruck aufbauen – das war die Idee, die bis heute für frischen Wind sorgt.

Das wichtige „Jahr 2“ in der Geschichte, nämlich 1980, war für die Druckluftpioniere geprägt von Verhandlungen mit der Stadt Oberhausen und dem Auftreiben von Fördergeldern – mit einem Erfolg, der bis heute Bestand hat: die Stadt Oberhausen überließ dem mittlerweile gegründeten Verein Druckluft e.V., das ehemalig von Babcock genutzte Gelände zur Jugendarbeit. Aber, was heißt hier Gelände?

Es ging eher um ein schäbiges Gebäude, dem das Alter so arg in den Knochen steckte, dass die mühsame Wiederbelebung die folgenden Jahre bestimmt hat. Und wenn man nur bescheidene finanzielle Mittel hat, dann sind Engagement, viel Enthusiasmus und Muskelkraft gefragt. Wer es dabei noch gleichzeitig schafft, sich einen Kopf um ein inhaltliches Konzept zu machen, vor dem darf man getrost den Hut ziehen. Denn so entsteht nicht weniger als ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum, das Jugendlichen die nötige Infrastruktur bietet, das Eigenverantwortung unterstützt, das inhaltliche Mitgestaltung fördert und: das die Zeit überdauert.

Mittlerweile gibt es: Gruppenräume, Werkstätten, das Café, die Halle, Kurts Haus, das Büro, Oberhausens schönsten Biergarten mit Boulebahn, Telefone, PCs, Internetzugänge, drei Bühnen, Veranstaltungstechnik, einen Discoraum, Beamer und Leinwand, Proberäume und, und, und.

Die festen Mitarbeiter gewährleisten, dass alles allen Aktiven im Haus zur Verfügung steht. Denn gestern wie heute wie morgen lautet das Stichwort: Selbstverwaltung!

Und da ist manchmal auch Rat gefragt – bei rechtlichen und organisatorischen Fragen wie dem Formulieren von Anträgen, dem Kalkulieren von Veranstaltungen, der Öffentlichkeitsarbeit und, und, und. Hilfe zur Selbsthilfe fördert Eigeninitiative sowie Verantwortungsbewusstsein und trägt dazu bei, dass alle NutzerInnen Druckluft als „ihr“ Haus begreifen.

Dieses klare Konzept führte im Laufe der Geschichte zur Anerkennung und damit auch Finanzierung des Drucklufthauses als „Offene Tür“ durch Mittel für Jugendarbeit des Landes NRW und der Stadt Oberhausen. Der Verein „Druckluft e.V.“ ist u.a. Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und in der Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren.

Damals 1979 war es ein mutiges Experiment. Heute darf das Drucklufthaus sich guten Gewissens professionell nennen. Professionell, wenn es darum geht, die ursprüngliche Idee am Leben zu erhalten.

http://www.drucklufthaus.de/ueberuns.php

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