18.07. – 16 Uhr – Unfug, Spaß & Widerstand auf dem Frohnhauser Platz, Essen


Die Kampagne AFFE lädt ein auf den Frohnhauser Markt nach Essen. Es wird Musik, Redebeiträge und Gelegenheit zum Austausch geben.

Das Netzwerk X lädt  ein dies als informelles Netzwerktreffen zu nutzen!

Auf der Kundgebung sollen neben allerlei Spaß und informeller Vernetzung eine Vielfalt politischer Redebeiträge zu unterschiedlichen Themen, die ins breite Spektrum “Geld oder Leben” passen. Kritische und Selbstkritische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht.
Meldet euch unter kontakt@kampagne-affe.de falls ihr Euch beteiligen wollt.

Des weiteren sind künstlerisch-subversive Beteiligungen, depressive Tänze oder Schreckensgesichter der Kapitalherrschaft auch sehr erwünscht. Wer Zeit hat, komme und vielleicht entsteht ja was.
Auch hier könnt Ihr gern vorher Kontakt aufnehmen und wir gucken, wie wir unterstützen können:
Kontakt@kampagne-affe.de

Wir können auch auf kommende Veranstaltungen Hinweisen oder Texte verlesen.

UNFUG, SPAß & WIDERSTAND

Es kommt immer noch auf die Gründe an: Wir können Dinge verändern. Fragen stellen oder lustvoll genießen. Wenn es an die politischen Fragen geht, fragen wir wieso, weshalb, warum, wohin? Was ist die Perspektive, haben wir Lust darauf? Wir müssen uns erklären, aber die zynische und menschenverachtende Ungerechtigkeit der Dinge gibt uns einen weiten Raum uns zur Wehr zu setzen und zudem sind Unfug, Spaß und Widerstand immer WICHTIG.

TEXTINPUT zum Thema
von der Hausbesetzung zum Hauptwiderspruch
von einer Aktivist*in der Kampagne AFFE

(Dieser Text repräsentiert nicht die Kampagne AFFE, sondern ist als Diskussionsgrundlage gedacht.)

TEXT
Gedanklich verwandte Gruppen nennten die Verteilung der Produktionsverhältnisse den Hauptwiderspruch. Alles übrige: Rassismus, Sexismus, Nationalismus werden in Marx’scher Tradition Nebenwidersprüche genannt. Die Produktionsverhältnisse meinten den Besitz der industriellen Infrastruktur der die Ausbeutung der
abhängigen Klasse ermöglicht. So generiert die Bourgeoisie Mehrwert und das Proletariat wird ausgebeutet.

In der zeitgenössischen Debatte um Perspektiven revolutionärer Theorie & Praxis wird das Proletariat mehr gesucht, als über seinen Klassenstandpunkt aufgeklärt und die Bourgeoisie befindet sich, wenn sie als “Bürgertum” verstanden wird, zumindest noch im Gespräch über Werte, während die Technokraten bzw. SachzwangsverwalterInnen ihren als post-Ideologie geschmückten Zynismus exekutieren.

Dass die sozialen Belange, inklusive der Leben der Menschen, reine (weiße) Rechenspiele sind, überrascht kaum, dass diese Berechnungen nicht als Relation, sondern als Befehl verstanden werden, öffnet, wenn sich jemand im Träumen versucht, Perspektiven unendlichen Horrors.

Geld, der große Gleichmacher, Vernichter der Beziehungen, steht vor statt hinter den Dingen, wo er einen sozial zugewiesenen Platz finden könnte.

PRAXIS
Die Anstrengungen für Freiräume waren für mich nicht auf den oben benannten Hauptwiderspruch ausgerichtet. Das bisherige, gemeinsame Ziel könnte als Schaffung von Vor-Räumen, von Erprobungs-Räumen für gemeinsame, widerständische Praxis verstanden werden. Noch davor und währenddessen: als Erschaffung von Situationen, die Erfahrung möglich machen, zuvorderst die Erfahrung von Solidarität und Taktik.

Noch einmal zerteilt ließe sich sagen: Freiräume als Erfahrungs-Situationen haben wir erschaffen, Orte des Rückzugs nicht. Vielleicht ist dieses Scheitern aber gar keines, als dass wir das Bestmögliche erreicht haben und nun, reicher an Erfahrung, uns dem Allgemeinsten aller Machtmittel zuwenden können; deswegen: Geld oder Leben.
Ganz besonders schön und fröhlich kann es werden, wenn wir nicht selbst auf Slogans reinfallen, die uns sagen “Die Reichen sind das Übel dieser Welt”, sondern vielmehr dabei bleiben uns Geld zu beschaffen bzw. welches zu verlangen, weil unser Projekt (eine bessere Welt, weniger Zynisch, solidarisch, frei von
falscher Authorität, Dummheit, Repression, politischem Sadismus und Grenzen, die statt Schutz nur Chauvinismus bedeuten) ein Nobles bleibt.

AUFRUF
Verlangen wir also Geld. Geld um zu Leben. Leben als Anstrengung für ein Ende der Sachzwänge, hin zu einer bewusst und lustvoll gestalteten Welt, die nur Ermüdung duldet, statt sich in Objektivierungen des Elends zurück zu lehnen und zynisch die eigene Dummheit als Erkenntnis zu vermarkten, um sich der Verantwortung zu entziehen. Der Verantwortung derer, die die Widersprüche nicht mehr aushalten, zurückzutreten, damit wir diese Ordnung durch eine andere ersetzen können.

FRAGE
Das genaue Verhältnis zwischen denen, die für Rechte für Geflüchtete oder gerechte Bezahlung kämpfen und jenen, die sich die Agitation für ein ominöses, großes Ganzes auf die Fahne schreiben wollen, bleibt hier unausgesprochen. Dieses Verhältnis zu entwickeln und erfahrbar zu machen, könnte als Ziel der Strategie “Geld oder Leben” verstanden werden und die Diskussion, über die vorher angesprochenen Aspekte, deren fortlaufendes Korrektiv.

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